Dysphagie
Dysphagien sind erworbene Störungen des Schluckaktes, die z.B. infolge eines Schlaganfalls, Schädel-Hirn-Traumas (SHT), einer Parkinson-Erkrankung, Tumoren im Kopf-Hals-Bereich oder im Zuge des allgemeinen Alterungsprozesses (Presbyphagie) auftreten können.
Ursache sind Schädigungen des Nervensystems oder strukturelle Veränderungen, welche die hochkomplexe Koordination der über 25 am Schlucken beteiligten Muskelpaare stören. Das Ausmaß kann sich je nach Ursache sehr unterschiedlich äußern – von leichten Transportschwierigkeiten bis hin zur Unfähigkeit, Nahrung oder Speichel sicher zu schlucken.
Es ist möglich, dass Betroffene:
Sich häufig beim Essen oder Trinken verschlucken und stark husten müssen
Eine „feuchte“ oder gurgelnde Stimme nach dem Schlucken haben
Nahrungsreste im Mund behalten, die sie nicht weitertransportieren können
Schmerzen beim Schlucken oder das Gefühl eines Kloßes im Hals verspüren
Essen und Trinken bedeuten Lebensqualität und soziale Teilhabe. Dies ist bei einer Dysphagie stark beeinträchtigt. Neben der körperlichen Gefahr von Mangelernährung oder Lungenentzündungen (durch unbemerktes Verschlucken in die Atemwege) ist der psychische Leidensdruck enorm, da Betroffene oft Angst vor dem Essen entwickeln oder sich sozial zurückziehen.
Die logopädische Therapie sollte so früh wie möglich beginnen, um die Atemwege zu schützen und die Schluckfunktion gezielt zu trainieren oder durch Ersatzstrategien abzusichern.
Ehepartner, Angehörige und Pflegekräfte brauchen intensive Beratung und Begleitung, insbesondere bei der Anpassung der Kostformen (z.B. Andicken von Flüssigkeiten, Pürieren von Speisen) und dem Erlernen von Notfallmaßnahmen.
Wie lange eine logopädische Behandlung erforderlich ist, richtet sich nach der individuellen Ursache und Entwicklung der Patienten.
Das Ziel ist eine möglichst sichere, ausreichende und genussvolle orale Nahrungsaufnahme, in schweren Fällen u.U. unter vorübergehender oder dauerhafter Nutzung von Ernährungssonden (PEG).